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Zeittafel

Ca. 6000 v. Chr.

Erste bandkeramische Siedlung auf der Gemarkung.

Ca. 750 v. Chr.

Grabhügel im Klosterwald zeugen noch heute von der Besiedelung durch die Kelten in dieser Zeit.

Ca. 100 n. Chr.

Ansiedlung von Römern in den Gewannen „Steinmäurich” auf der Ottmarsheimer Höhe und „Schlösslesfeld“. Eine große Siedlung und ein Mithras - Tempel konnten seit den 90erJahren freigelegt und archäologisch untersucht werden.

3. Jh. n. Chr.

Germanische Stämme nehmen die Gegend in Besitz.

6./7. Jh. N. Chr.

Ein fränkischer Reihengräberfriedhof belegt die Besiedelung des Orts. Ein Adeliger namens Mundolf, soll dem Ort seinen heutigen Namen gegeben haben: „Mundolfsheim“, was im Sprachgebrauch im Laufe der Jahrhunderte zu „Mundelsheim“ verändert wurde.

1245

Der Ort wird zum ersten Mal urkundlich erwähnt, als einer der Orte, in denen das Stift Backnang Güter besaß.

1316

Zum ersten Mal werden Weingärten in Mundelsheim in Urkunden erwähnt, der Weinbau ist aber vermutlich viel älter. In den folgenden Jahrhunderten wird er zur wesentlichen Erwerbsquelle der bäuerlichen Bevölkerung. Die Weinberge und Felder gehören aber nicht den Bauern, sondern den Markgrafen von Baden denen der Ort damals gehörte.. Die Bauern sind leibeigen und bewirtschaften ihre Güter in Erbpacht.

1344

Die Herren von Urbach haben nachweislich die Ortsherrschaft über „Dorf und Burg Mundelsheim“. Sie erhielten dieses „Lehen“ von den Markgrafen von Baden.

1422

Auf Wunsch der Herren von Urbach erhält Mundelsheim von König Sigismund die Stadtrechte verliehen. Diese Rechte waren: das Recht die Stadt mit Mauern und Toren zu befestigen, das Marktrecht und das „Hohe Gericht“. In der Folge durften hier auch Todesurteile gesprochen und am Galgen vollstreckt werden.

1440

Um die Taten des hier sesshaften Raubritters Hans von Urbach zu bestrafen, werden Mundelsheim und der Ort Tiefenbach mit der Kilianskirche von einem Heer der Reichsstädte Heilbronn und Hall zerstört. Die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes wird dadurch für lange Zeit gehemmt.

1521

Mundelsheim wird ein selbständiges badisches Amt.

1595

Markgraf Ernst Friedrich von Baden verkauft den Ort an Herzog Friedrich von Württemberg. Als „Stabsamt Mundelsheim“ behält der Ort aber seine eigene Verwaltung und Gerichtsbarkeit.

1618-1648

Im 30-jährigen Krieg kommen ganze Familien durch Todschlag, Hunger und Pest um. Der Ort verliert einen großen Teil seiner Bevölkerung. 1634 hat der Ort 1001 Einwohner. Fünf Jahre später leben hier nur noch 144 Menschen. Nach dem Ende des Krieges lassen sich viele Familien aus Österreich und der Schweiz hier nieder.

17. und 18. Jh.

Verschiedene Kriege bringen immer wieder Not, Einquartierungen und Gewalt. Die fremden Soldaten plündern, stehlen das Vieh, brandschatzen, morden und zerstören Häuser und Scheunen. In der Folge leidet die bäuerliche Bevölkerung immer wieder unter Armut, Hunger und vielen Seuchen. Nach den verheerenden Einfällen französischer Soldaten im Jahr 1693 sind viele Gebäude abgebrannt. Die Glocken von Kirchen und Rathaus sind gestohlen, ebenso der Hausrat und das Vieh der Bauern. Der damalige Amtsschreiber berichtet: „Über die Hälfte der hiesigen Bürgerschaft ist dieses Jahr durch erbärmlichen, bitteren Hunger gestorben, verdorben und verschmachtet. Der noch lebende Teil hat sich bis zum Sommer mit Wurzeln, Kräutern, unzeitigem Obst, Schnecken und anderen unnatürlichen Speisen hindurchgebracht.“ 1694 hat Mundelsheim daher nur noch 256 Einwohner.

1806

Das Stabsamt Mundelsheim wird aufgelöst, und der Ort zunächst dem Oberamt Beilstein und später dem Oberamt Marbach angegliedert.

19. Jh.

Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts ist geprägt von Teuerungen und Hungersnöten: Klimakatastrophen verursachen dramatische Missernten. Auch der Weinertrag, die wichtigste Einkommensquelle, ist in Qualität und Menge sehr schlecht. Die große Armut zwingt viele Mundelsheimer zur Auswanderung. In der Hoffnung auf ein besseres Leben verlassen zwischen 1738 und 1900 mehr als 800 Personen den Ort um sich hauptsächlich in Osteuropa und Nordamerika anzusiedeln. Mit der Ablösung der Grundherrschaft ab 1848 beginnt für die Mundelsheimer Weinbauern ein neues Kapitel. Die Gemeinde schließt mit der Hofdomänenkammer einen Vertrag ab. 25 Jahre lang zahlen die Weinbauern ihre jährlichen Raten an das Haus Württemberg, dann gehen die Weinberge in ihren Besitz über. Die medizinischer Versorgung und die allgemeine Ernährungslage verbessern sich. Als Folge setzt ab der Mitte des 19. Jahrhunderts ein rasantes Bevölkerungswachstum ein. Auch der Ort wächst aus seinen Jahrhunderte alten Grenzen heraus. Neue Baugebiete werden erschlossen. Die Häuser vor dem ehemaligen Pleidelsheimer Tor werden als „Mundelsheimer Vorstadt“ bezeichnet. Die Häuser jenseits des alten Fleckengrabens liegen nun an der „Neuweilerstraße“.1847 hat Mundelsheim bereits 1952 Einwohner.

1862

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

19. Jh./20. Jh.

Viele Vereine werden gegründet und bereichern bis heute das kulturelle Leben.

1898 und 1905

Mit der Einführung der Hochdruckwasserversorgung und dem 1905 in Betrieb genommenen Elektrizitätswerk in der Neckarmühle verbessern sich die Lebensverhältnisse in den Häusern. Durch die Mechanisierung und Elektrisierung wird in den folgenden Jahrzehnten auch die Arbeit in den Weinbergen und der Landwirtschaft einen grundsätzlichen Wandel erleben. Aber bis in die 50er Jahre wird die schwere Arbeit auf Feldern und in Weinbergen überwiegend mit menschlicher und tierischer Arbeitskraft bewältigt.

1903

Mit der Gründung der Weingärtnergenossenschaft unter der Regie des damaligen Schultheißen Heinrich Maulick bekommen die Weingärtner eine bessere Marktmacht und können nun ihren Most besser verkaufen. Außerdem werden moderne Anbaumethoden eingeführt und durch sorgfältige Lese, Sortierung und neue Kellertechniken eine bessere Weinqualität erreicht.

1914 – 1945

Die beiden Weltkriege fordern auch in Mundelsheim viele Opfer. Als ein Bombenteppich auf der Ottmarsheimer Höhe einschlägt, entgeht der Ort nur knapp einer Katastrophe. Nach dem 2. Weltkrieg finden viele Flüchtlinge und Heimatvertriebene in Mundelsheim Aufnahme und eine neue Heimat

1952

Durch den Bau des Neckarkanals verlieren die Mundelsheimer ihren Badeplatz am Neckar. Als Ersatz wird das Mundelsheimer Freibad gebaut. Es ist eines der ersten Freibäder im Kreis Ludwigsburg.

1974

Als eine der ersten Gemeinden schließt Mundelsheim eine Partnerschaft mit einer französischen Gemeinde. Die Bürger von La Motte-Servolex in Savoyen und die Mundelsheimer treffen sich in den folgenden Jahrzehnten bei vielen gemeinsamen Veranstaltungen und Festen, oft unter der Regie örtlicher Vereine. Es gibt viele Begegnungen und es entstehen zahlreiche persönliche Freundschaften zwischen den Menschen und Vereinen.

Bauliche Entwicklung des Ortes

Die Bevölkerung wächst seit dem 2. Weltkrieg und zahlreiche Gewanne wurden in den letzten Jahrzehnten als Bauland erschlossen. Seit den 1950er Jahren hat sich die bebaute Fläche des Ortes fast verdoppelt. Aber auch der historische Ortskern wurde gepflegt und im Rahmen von Ortskernsanierungen und Dorfentwicklungsprogrammen konnte manche Verbesserung und Verschönerung der historischen Bausubstanz erreicht werden.

1995

In diesem Jahr feiert die Gemeinde mit zahlreichen Veranstaltungen ihr 750-jähriges Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung

Große Bauprojekte der Gemeinde

1966 – Bau der Georg-Hager-Schule als Grund- und Hauptschule

1974 – Neubau eines Arzt- und Feuerwehrgerätehauses

1984 – Einweihung der Käsberghalle als Sport- und Gemeindehalle

1985 – Bau des Kindergartens im Seelhofen

1991 – Sanierung des Freibades

1995 – Einweihung der Sportstätten im Wertweg

1995 – Bau des Kindergartens im Dammweg

1998 – Anbau an der Georg-Hager-Schule

2000 – Zwei denkmalgeschützte Wohngebäude werden durch Um- und Ausbau zum Bürgerhaus der Gemeinde

2007 – Neubau eines Bauhofs

In den letzten Jahren - Sanierung zahlreicher Straßen und Wege, Anbindung an den Neckartalradweg.

Ende 2010 – Fertigstellung und in Betriebnahme eines Gemeindepfleghauses

2012 - Umfassende Sanierung der Alten Schule - Haus der Vereine

heute

Heute ist Mundelsheim eine moderne Gemeinde mit einer guten Grundausstattung öffentlicher Einrichtungen. Arzt- und Zahnarztpraxen, eine Apotheke, attraktive Geschäfte, ein Supermarkt, leistungsfähige Firmen und Handwerksbetriebe runden das Angebot ab. Freibad und Sportstätten stehen zur Freizeitgestaltung zur Verfügung. Kindergärten, Schule, Kirchengemeinden und das starke Engagement der Vereine und Institutionen prägen das kulturelle, sportliche und gesellschaftliche Leben in der Gemeinde. Gesunde Betriebe in Wein- und Obstbau und zahlreiche Nebenerwerbsweingärtner prägen und pflegen die schöne Landschaft mit ihren Rebhängen und Obstanlagen. Beliebte Feste, teilweise mit jahrzehntelanger Tradition, locken jedes Jahr zahlreiche Besucher in den Weinort.